Das neue „Azubi-Paket“ der Länder

Generation Z & Generation Alpha können sich freuen!
Noch nie war es für Auszubildende und dual Studierende so attraktiv wie aktuell, eine Ausbildungsstelle bei einem öffentlichen Arbeitgeber anzutreten, denn vom jüngsten Tarifabschluss TV-L (14. Februar 2026) profitieren besonders stark die Auszubildenden mit einer Erhöhung von insgesamt 150 Euro – gesplittet in drei Schritten bis 2028. Anders als bei regulär Beschäftigen erhalten Nachwuchskräfte pauschale Zuschläge, unabhängig vom Ausbildungsjahr. Das heißt konkret: zum 1. April 2026 steigt die Ausbildungsvergütung zunächst um 60 Euro brutto, zum 1. März 2027 kommen weitere 60 Euro hinzu und zum 1. Januar 2028 erfolgt eine letzte Erhöhung um 30 Euro.
Aber das ist noch nicht alles im neuen „Azubi-Paket“ der Länder. Hier ein Überblick:
- Übernahmegarantie: Auszubildende und dual Studierende mit mindestens der Gesamtnote „Befriedigend“ werden bei dienstlichem bzw. betrieblichem Bedarf unbefristet übernommen; andernfalls erfolgt eine befristete Übernahme für ein Jahr.
- Verkürzung der Stufenlaufzeit: In der Stufe 1 um sechs Monate (bisher 12 Monate), gültig ab 1. Januar 2026.
- Abschlussprämie: Auszubildende mit der Gesamtnote „Sehr gut“ oder „Gut“ erhalten 500 Euro, Auszubildende mit der Gesamtnote „Befriedigend“ oder „Ausreichend“ erhalten 400 Euro.
- Pflegefachassistenz-Ausbildung: Die 18-monatige Ausbildung zur Pflegefachassistenz wird in den TVA-L Pflege integriert. Die Vergütung erfolgt nach TVA-L BBIG, die Abschlussprämie beträgt 90 % des regulären Satzes, also 360 Euro bzw. 450 Euro bei guten Noten. Die Probezeit liegt bei sechs Monaten.
(vgl. auch: https://oeffentlicher-dienst-news.de/tvl-tarifabschluss-auszubildende-oeffentlicher-dienst-laender/)
Damit liegen die Ausbildungsvergütungen des öffentlichen Dienstes deutlich in der Spitzengruppe tarifvertraglicher Ausbildungsvergütungen, wie bereits eine Studie vom Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung von 2024/25 aufgezeigt hatte:

PDF der WSI-Studie (24.06.2025): https://www.boeckler.de/data/pm_ta_2025_06_24.pdf
Der Kampf um die Besten: Azubi-Recruiting im öD
Mit dieser aktuellen Strategie hat der öffentliche Dienst auf jeden Fall gute Karten im Kampf um die besten Auszubildenden. Seit Herbst 2025 sind nun auch die ersten Ausbildungssuchenden der Generation „Alpha“ (Geburtsjahre 2010-2025) auf dem Arbeitsmarkt und die zentralen Themen „Bezahlung“ und „Sicherheit“ stehen auf jeden Fall an oberster Stelle auf ihrer Wunschliste. Zugleich zeigen viele Studien der letzten Jahre, dass eine attraktive Ausbildungsvergütung noch lange keine Garantie dafür ist, motivierte und gute Auszubildende langfristig zu gewinnen und zu binden. Es ist kein Geheimnis, dass extrinsische Anreize wie Höhe des Gehalts oder einmalige Prämien nur kurzfristig wirken. Nach wie vor können nicht alle Ausbildungsstellen im öffentlichen Dienst erfolgreich besetzt werden (vgl. den jährlichen Bericht des Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB): bibb-datenreport-2025.pdf). Auch die Quote der Bewerbungs- und Ausbildungsabbrüche bleibt hoch, denn die Gründe für Abbruch und Frühfluktuation sind vielfältig.
Die Generationen Z und Alpha „ticken“ anders und ihre Erwartungen decken sich kaum noch mit der klassischen Arbeitsweise und Führungskultur im öffentlichen Dienst. Statt Hierarchien wünschen sie sich wertschätzende Führungskräfte auf Augenhöhe, die nahbar sind, sich persönlich um sie kümmern und in der Ausbildungszeit coachen. Auch eine wertschätzende Feedbackkultur im Haus, inklusive einer professionellen digitalen Lernumgebung stehen auf der Wunschliste. Ausbildung heißt für sie nicht „setzt Dich erst mal hin und hör zu“ oder „das wird hier schon immer so gemacht“. Deshalb befindet sich auch der Ausbildungsbereich in öffentlichen Häusern aktuell unter Druck und in einer echten Transformation.
Besonders der Azubi-Recruiting-Prozess mit seinen sechs Stufen – die sog. „Azubi-Journey“ - muss viel stärker als bisher auf die Bedürfnisse junger Menschen ausgerichtet:

Interessierte Ausbildungssuchende kommen in vielerlei Kontakt mit einem Arbeitgeber und bei jedem neuen Kontakt sammeln sie neue Erlebnisse und Informationen über den Arbeitgeber und entscheiden sich immer wieder neu für oder gegen den nächsten Schritt. Verläuft zum Beispiel der digitale Bewerbungsprozess technisch umständlich, wird in der Regel abgebrochen. Ist ein Vorstellungsgespräch eine einseitige Prüfung, ohne dass Bewerbende ihre Führungskraft persönlich kennenlernen, sinkt wiederum das Interesse. Verlaufen Pre- und Onboarding enttäuschend, ist Frühfluktuation vorprogrammiert.
Das alte Sprichwort „drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht was Bess’res findet“ mag ein typischer „Babyboomer-Spruch“ sein – im aktuellen Recruiting ist er geradezu das Mantra für die Generationen Z und Alpha 😉.
(Artikel erstellt am 19.02.2026)
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Vielleicht sehen wir uns in meiner neuen Azubi-Recruiting-Reihe …
Ich freue mich auf Sie!
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Geschäftsführerin PIW
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